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Ökologischer-botanischer Brandschutz

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Wir verbrennen uns selbst – das muss doch nicht sein, oder?

Beobachten…….

„Wer tief in die Natur hineinschaut, wird alles besser verstehen.“ (Albert Einstein).

Ein weiser Gedanke, ausgerechnet oder eben von einem Physiker, so viel sagend und so richtig – und doch so unverstanden. Wir schauen offensichtlich überall hin, nur nicht in die Natur. Doch genau dort liegen die Antworten.

Wohlwissend, dass insbesondere in den letzten Jahren die Thematik des Klimawandels auf allen Ebenen durchdekliniert wurde, ich selbst schon von allen Ecken und Enden höre „wir können es nicht mehr hören“, haben uns dennoch gerade im Jahre 2018 die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels mehr als deutlich vor Augen geführt: auch wenn viele es nicht mehr hören können, aber wir haben den Klimawandel. Es sind vor allem die erschreckenden Ausmaße und Häufigkeiten der Umweltkatastrophen wie Dürren, Hochwasser, Erdbeben, Erosionen, Überhitzungen und letztlich auch den Waldbränden und Feuersbrünste, die uns als Folgen der Klimaerwärmung zu denken geben sollten.

Vor allem sind es die Waldbrände und Feuersbrünste, die das globale Ökosystem aus den Angeln gehoben haben. Wie mittlerweile festgestellt wurde (Waldbranddatenbank Österreich 2018), gilt folgendes: Nur noch etwa 4% aller Waldbrände weltweit haben natürliche Ursachen wie zum Beispiel einen Blitzeinschlag. In allen anderen Fällen ist der Mensch – sei es direkt oder indirekt, sei es fahrlässig oder vorsätzlich – verantwortlich für die Waldbrände und Feuersbrünsten. In Fachkreisen spricht man daher von sog. anthropogen bedingten Waldbränden, die immer einer Zündquelle bedürfen, denn Waldbrände entstehen nicht einfach so.

Im Gegenzug bedeutet dies in Zahlen, dass der Mensch, also wir alle zusammen, für knapp 96% aller Waldbrände und Feuersbrünste entweder direkt durch Nachlässigkeiten, Brandstiftungen o.ä. oder indirekt durch die von uns verursachten Veränderungen am Klima verantwortlich zeichnen. Zumal maßgebliche Faktoren wie Dürre und Trockenheit, Erosionen, heftige bis stürmische Winde, dazu eine ungeeignete oder ausgelaugte Vegetation u.ä. in der Kombination wie Brandbeschleuniger wirken – allesamt Nachwehen des Klimawandels.

Wir kennen also das Problem, na prima, es liegt also nur an uns. Wir müssen uns nur ändern oder?

…….verstehen…….

Im Verlauf von Jahrtausenden kam es immer wieder zu Waldbränden und Feuersbrünsten, dieses Phänomen ist als nicht neu. Neu ist aber, wie obig schon angedeutet, dass es schon lange keine natürlichen Brände mehr sind. Denn diese natürlichen Brände dienten zur Regulierung des Ökosystems, dienten quasi zur Durchlüftung von Landschafts- und Naturräumen, schufen Platz, unterstützten die Fortpflanzung und vieles mehr. Eine feuerökologische Dimension, die zeigt, wie nützlich Waldbrände und Feuersbrünste waren. Die betroffenen Akteure, Fauna und Flora, vor allem aber die Pflanzen, entwickelten jedoch Überlebensstrategien, um unter extremen Bedingungen wie Stress, Hitze, Trockenheit usw. existieren zu können.

Daher konnten sich Wälder früher auch selbst regenerieren und therapieren. Inzwischen haben sich aber die globalen Rahmenbedingungen erheblich geändert. Die feuerökologischen Parameter sind nicht mehr zu erkennen, es sind vor allem die unkontrollierbaren Feuersbrünste und deren Häufigkeiten, die eine Regeneration nicht mehr zulassen. Mittlerweile können sich die Wälder nicht mehr selbstständig von den Folgen der Waldbrände erholen, nicht selten sind die verbrannten Flächen und damit das gesamte Ökosystem mit den darin lebenden Pflanzen und Tieren unwiederbringlich verloren. Nicht zu vergessen die wirtschaftlichen und soziale Schäden, die durch Waldbrände und Feuersbrünste heute verursacht werden. Allein in den USA entstand seit 2015 ein Schaden von über 400 Mrd. Dollar – nur durch Waldbrände und Buschfeuer verursacht. Die finanziellen Einbußen auf den Welt- und Finanzmärkten sind dabei ebenso wenig berücksichtigt wie die ökologischen Hinterlassenschaften wie Luftverschmutzung, Erosionen, zusätzliche CO2-Emissionen, Schwund an weiteren Grünflächen usw. usf.

Um Waldbrände und Feuersbrünste zu vermeiden oder zumindest deren Entfaltung zu entschärfen, sollte man sie kennen. Als feuerökologisches Phänomen annehmen, zumal hausgemacht, und nicht rein als vernichtendes Ungeheuer verdammen (wenngleich auch das stimmt). Waldbrände sind nicht mehr kontrollierbar und auch nicht mehr steuerbar, daher ist es dringendst erforderlich, sich intensiver mit der Thematik zu beschäftigen.

Waldbrände waren und sind ein natürlicher Bestandteil in vielen, aber nicht allen Ökosystemen. In diesem Zusammenhang spricht man von willkommenen Feuersystemen, in deren Rahmen die Klimaverhältnisse keine ausreichende Zersetzung der Streu und der Humusanlage durch Bodenorganismen zulassen. Waldbrände schaffen hierbei die Voraussetzung für die Versorgung der folgenden Baumgeneration mit Nährstoffen, sie schaffen auch Platz und Luft.

Weltweit sind 46 % der Ökoregionen von Feuer regelrecht abhängig. In diesen Regionen sind Waldbrände für die Erhaltung der natürlichen Flora und Fauna so notwendig wie Sonne und Regen. Folglich macht es Sinn, sich nicht in diesen natürlichen Prozess einzumischen, da sich die Ökosysteme dort mit Feuer entwickelt haben. Wo sich Ökosysteme durch Feuer entwickelt haben, erhalten Brände deren charakteristische Struktur und Zusammensetzung, laufen daher kontrolliert ab.

Problemtisch sind jedoch die feuerempfindlichen Ökosysteme, denn den meisten Pflanzen und Tieren in diesen Ökosystemen fehlt die Anpassung, um die positiven Effekte des Feuers zu nutzen oder sich nach einem Brand schnell zu erholen. Ein Drittel der Ökosysteme weltweit werden mittlerweile als feuerempfindlich eingestuft – Tendenz steigend. Sie weisen eine Vegetation und eine Struktur auf, die den Ausbruch und die Ausbreitung von Bränden eher fördert als mindert. Vom Menschen verursachte Brände in einem feuerempfindlichen Ökosystem können langfristig die Struktur und Artenzusammensetzung des Ökosystems negativ beeinflussen oder dessen Fläche verringern. Und genau dies sollte vermieden werden.

Aber die eigentliche Dramatik bei Waldbränden und Feuersbrünsten besteht darin, dass sich die Schematik und die Struktur der Feuerregime geändert hat. Wir haben sie quasi verändert. Denn von einem veränderten Feuerregime spricht man, wenn das derzeitige Verhaltensmuster in Schlüsselattributen wie der Häufigkeit und dem Ausmaß der Brände abweicht von der natürlichen, historischen oder ökologisch akzeptablen Variationsbreite, die für das jeweilige Ökosystem charakteristisch ist. Ökologisch akzeptable Feuerregime können durchaus vom Menschen gesteuert werden, wenn dadurch die Pflanzen- und Tierpopulationen sowie die natürlichen Prozesse erhalten werden, welche das jeweilige Ökosystem charakterisieren. Nur, die natürlichen Prozesse werden nicht mehr konserviert, im Gegenteil, die Ökosystem werden durch die veränderten Feuerregime degradiert, die Lebensbedingungen für Fauna und Flora werden komplett auf den Kopf gestellt.

Veränderungen der Feuerregime wurden als eine der wichtigsten Gefährdungsursachen für die Biodiversität weltweit identifiziert. Prioritäre Ökoregionen, die für die Erhaltung der globalen Artenvielfalt entscheidend sind, sind auf 84 % ihrer Fläche durch veränderte Feuerregime gefährdet. Nur auf 16 % der Fläche prioritärer Ökoregionen befinden sich die Feuerregime noch innerhalb der ökologisch akzeptablen Grenzen. Feuerempfindliche Ökosysteme wie die tropischen Feuchtregenwälder, in denen Pflanzen und Tieren die Anpassung an natürliche Brände fehlt, sind auf 93 % ihrer Fläche gefährdet. Feuer abhängige oder beeinflusste Ökosysteme wie die afrikanischen Savannen oder die borealen Wälder sind mit 77 % Flächenanteil zwar etwas weniger, aber dennoch erheblich durch Veränderungen der Feuerregime gefährdet. Tendenz steigend.

…….lernen……

Höchste Zeit also für eine aktive Lebenshilfe, denn wir steuern auf einen humanen Flächen-Suizid zu. Es liegt in erster Linie an uns selbst, ob wir unser Ökosystem als Lebensspender zerstören – oder nicht!

Waldbrände und Feuersbrünste zeigen deutlich unsere existentiellen Grenzen auf, die marktwirtschaftlichen Diskussionen über Gewinnoptimierung und Profit, Produktivität und Aktien-Index, führen sich selbst ad absurdum, wenn es irgendwann keinen Markt, sprich: Menschen, mehr gibt.

Der Mensch ist ein Teil des Problems, aber auch ein Teil der Lösung. Klingt einfach, ist es das denn auch?

Ja, ist es, denn wir hätten genügend Unterstützer: die Pflanzen. Wir müssen nur auf sie „hören“. Wenn wir überleben wollen, wenn wir unser Ökosystem bewahren wollen, sollten wir auf die Pflanzen „hören“ und uns von ihnen inspirieren lassen. Denn die Pflanzen waren schon vor uns da und werden auch nach uns den Planeten bereichern.

Waldbranddatenbanken und Fire-Watch-Systeme, weltweit vernetzt, erleichtern die Löscheinsätze bei Waldbränden, unterstützen vorbeugende Maßnahmen, verbessern das Feuermanagement bei Waldbränden und Feuersbrünsten und helfen bei der Ermittlung von brandgefährdeten Regionen. Aber verhindern all diese Anstrengungen auch Waldbrände?

Waldbrände und Feuersbrünste können um ein beträchtliches Maß verhindert oder zumindest eingedämmt werden, wenn einerseits die Ursachen des anthropogen verursachten Klimawandels „behandelt“ werden und wir auf der anderen Seite die Pflanzenwelt anschauen, denn da können wir durchaus lernen – wir müssen nur „zuhören“.

Eine genaue Betrachtung der Topographie und der Verläufe von – insbesondere – veränderten unkontrollierten Feuerregime und die daraus zu ziehenden Konsequenzen tragen schon dazu bei, zukünftige Waldbrände und Feuersbrünste zu vermeiden oder zumindest beträchtlich zu reduzieren. Der Erhalt der Landschafts- und Naturräume ist für unser Ökosystem existentiell. Mittels landschaftspflegerischer Maßnahmen zur Vermeidung von Erosionen, der Reduzierung von Versiegelungen und gleichzeitig dem Ausbau von Vegetationsflächen können beispielsweise Überhitzungen und Dürren reduziert werden. Damit könnten wesentliche Faktoren zur Kompensierung des Klimawandels und zur Eindämmung von Waldbränden beitragen. Mit dem Bau von Brandschutzgürteln, dem nötigen Augenmerk für die Unterhaltspflege in brandgefährdeten Gebieten sowie der entsprechenden endemischen Bepflanzung hätten wir weitere präventive Brandschutzideen im Portfolio.

Aber nicht nur als botanische Brandschützer, sondern auch zur Reduzierung von Dürren, Erosionen, Überhitzungen und vor allem der Luftverschmutzung, sollten wir die Unterstützung der Pflanzen annehmen. Denn im Gegensatz zu Tieren und Menschen sind die Pflanzen „fluchtgebremst“, demnach naturbedingt gezwungen, sich den Wetterbedingungen und den klimatischen Verhältnissen zu stellen und Lösungen zum Überleben zu entwickeln. Und ja, sie haben Lösungen.

…….in die Zukunft schauen.

Für uns Menschen gilt grundsätzlich: wenn wir tatsächlich eine Zukunft haben wollen, dann wird es höchste Zeit, unsrem Gastgeber, dem Planeten Erde, den nötigen Respekt zu zollen. Wir können nur Überleben, wenn wir unser Ökosystem bewahren – und nicht zerstören.

Und dazu ist ein 100%iger Paradigmenwechsel vonnöten, denn wir bewegen uns, aber in die falsche Richtung. Eigentlich paradox, dass wir bei der Entwicklung von umweltzerstörenden Wegbegleitern (Kohlekraftwerke, AKW’s, Autos, Betonbauten, Robotern u.v.m.) so wahnsinnig kreativ sein können, bei lebenserhaltenden Maßnahmen aber versagen. Denn: noch sind es die Pflanzen, die den Sauerstoff produzieren, den wir zum Leben brauchen oder?

Waldbrände und Feuersbrünste zerstören nicht einfach nur Flächen, sie zerstören Vegetationsflächen, also unsere „Lungen“ und es sind vor allem die Dimensionen, Häufigkeiten und Intensitäten, die den Kollaps unserer Ökosysteme verursachen werden – zu unserem Leidwesen.

Wir können dies aber verhindern, wenn wir die ausgestreckten Hände der Pflanzenwelt annehmen und uns leiten lassen, denn die Pflanzen waren vor uns schon da und werden auch nach unserer kurzen Anwesenheit noch da sein. Ein Grund mehr, auf sie zu „hören“.

Klimaforscher beobachten schon seit Jahrzehnten, dass der Klimawandel und die damit einhergehenden Veränderungen unserer Ökosysteme wirkliche drastische Ausmaße annehmen werden und zwar in einem atemberaubenden Tempo.

US-amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich die Ökosysteme in den USA und der ganzen Welt verändert und teilweise weiterentwickelt haben, um mit Waldbränden und natürlichen Veränderungen umzugehen. Deutlich sichtbar sind diese Veränderungen vor allem bei den Pflanzen. Die Intensitäten und Häufigkeiten der Waldbrände führen dazu, dass sich die Vegetation nicht mehr regenerieren kann, sie kann nicht mehr nachwachsen. Stattdessen könnte eine andere Art Vegetation, eine toleranter gegenüber wärmeren und trockeneren Bedingungen, ihren Platz einnehmen – und das ist neu. Es wird Pflanzen geben (teilweise gibt es sie schon), die hitzebeständiger und möglicherweise feuerresistenter sind, deren Nutzung eine sinnvolle Variante einer botanischen Brandschutzprävention wäre. Eine Liste feuerresistenter Pflanzen haben Wissenschaftler der Universitäten Washington, Oregon und Idaho bereits 2006 erstellt. Ein interessanter Ansatz, nur bedeutet feuerresistent nicht feuerfest, das heisst, welche Auswirkungen Feuer und Hitze auf Pflanzen tatsächlich haben, ist noch immer unerforscht.

Jedoch gibt es mehr und mehr Untersuchungen und Studien, die sich mit der Erforschung der Pflanzen beschäftigen. Pflanzenforscher, Botaniker und Ökophysiologen, weltweit, tauchen langsam immer tiefer in die Pflanzenwelt ein, um ihren Code zu entschlüsseln.

Italienische und österreichische Wissenschaftler haben 2014/2015 die Auswirkungen von Hitze und Feuer bei Bäumen nach Waldbränden untersucht und festgestellt, dass nicht nur eine physikalische Auflösung von Bäumen während der Brände gibt, die in unterschiedlichen Intervallen ablaufen, sondern auch Bäume zeitversetzt nach Bränden absterben. Neuere Studien unter Bezugnahme auf das Baumsterben Monate und Jahre nach den Waldbränden deuten auf eine Rolle für wärmebedingte Veränderungen des Hydrauliksystems hin. Daher wurden die Einwirkungen von Wärme und Hitze sowie Dürre auf die Xylem-Hydraulik in den Bäumen analysiert, dabei wurde die Anfälligkeit des Stammes für Trockenheit und Hitze induzierte Embolie und die hydraulische Leitfähigkeit innerhalb ausgewählter Bäume gemessen.

Resultat verschiedener ähnlicher Forschungen in den letzten Jahren bestätigen die These, dass Hitze/ Wärme sowie Trockenheit und Dürre die Xylem-Hydraulik in den Pflanzen beeinflusst, die Leitfähigkeit innerhalb des Holzgewebes beeinträchtigt und damit den Wassertransport der Pflanzen und die Mineralversorgung stört. Letztendlich führt dieser Vorgang zu sog. Gas-Embolien innerhalb der Pflanzen, die wiederum die Versorgung der Pflanzen unterbrechen – die Pflanzen sterben.

Allerdings bergen diese Erkenntnisse auch Chancen, denn über Hydraulikmessungen lässt sich demnach auch feststellen, welchen Pflanzen gegenüber Hitze- und Feuereinwirkungen anfällig sind und welche nicht. Aber in diesen Forschungsbereichen bewegen wir uns noch in zu viel unentdeckten Zonen. Die Forschung steht da erst am Anfang und ich denke, dass uns die Pflanzenwelt hier schon viele Lösungen aufs Podest gestellt hat, es gibt sicher genügend Pflanzen, die recht unempfindlich gegenüber Dürren und Hitze-/ Feuereinwirkungen sind – wir müssen sie nur finden und vor allem verstehen.

Es gibt Pflanzen, die sich an Feuer gewöhnt haben oder feuerbeständig sind und ich denke, dass es auch viele unentdeckte Arten gibt. Dicke Rinden als Anpassung zum Schutz des lebenden Gewebes einer Pflanze vor Feuer finden wir in zahlreichen Arten, Familien und Lebensräumen vor. Hervorzuheben wären da die Korkeiche (Quercus suber), das riesige Redwood (Sequoiadendron giganteum) oder die Ponderosa-Kiefer (Pinus ponderosa). Sicherlich gibt es mehr Arten, die eine ähnliche Strategie entwickelt haben. Neben der Option, sich vor Feuer (Bränden) einigermaßen zu schützen, drängt sich auch die Frage nach dem status quo ante, also der Frage, wie mit Landschaftsräumen nach den Bränden umzugehen ist und vor allem, wie die Pflanzen reagieren. In Bezug auf die Wiederherstellung von feuergeschädigten Pflanzen bieten die australischen Eukalyptusarten viele gute Beispiele für eine epikormale Wiederherstellung (Wiederherstellung aus Knospen am Stamm).

Es gibt Pflanzen wie der Erdbeerbaum (Arbutus unedo), die sich von einem Brandereignis durch Nachwachsen aus geschwollenen unterirdischen Organen, den sogenannten Lignotubern, erholen können oder eben auch Pflanzen wie die Lodgepole Pine (Pinus contorta), die das Brandereignis zur Fortpflanzung benötigt, da sich erst nach Bränden Samen öffnen und freisetzen. Aber zur Erklärung: Diese feuerbeständigen Pflanzen sind an bestimmte Brandsituationen angepasst und nicht an sich feuerfest, so dass jede Änderung des räumlichen und zeitlichen Verlaufs von Bränden ihr lokales Überleben gefährden können. Wie schon erwähnt: sofern der anthropogene Einfluss vermieden wird, funktionieren die Ökosysteme.

Angesichts der Tatsache, dass noch immer jährlich ca. 2000 Pflanzenarten „neu“ entdeckt werden, bin ich frohen Mutes, dass wir genügend botanische Brandschützer haben, die wir nur noch nicht kennen.

Falls der Welt der Pflanzen weiterhin mit Ignoranz und Ratlosigkeit entgegengetreten wird, Investitionen und Innovationen noch immer in die falsche Bahn gelenkt werden und wir unsere botanischen Chancen weiterhin ungenützt liegen lassen – dann verbrennen wir uns tatsächlich selbst!

Markus Meyer, (Mag. Dipl.-Ing.), A – 2340 Mödling
gartenarchitekt44@gmail.com

Was gibt´s zu tun? Der Arbeitskalender für die Streuobstwiese

Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V.

Oktober

Jetzt zeigen sich die Streuobstwiesen um die Dörfer und auf den Feldern in voller Farbenpracht. Von Gelb über Rot bis zu den verschiedensten Brauntönen stehen die Obstbäume nun auf den Wiesen und gehen dem Winter zu. Manche Sorten wie der `Eifler Rambur` oder der `Hauxapfel` kommen jetzt in die Pflückreife und müssen noch eingelagert oder weiterverarbeitet werden.
Die Keltersaison ist in vollem Gange und das ein oder andere Fass Most hat den Weg in den Keller schon gefunden. Wer auf der Suche nach einer geeigneten Kelterei in seiner Nähe ist, wird auf unserer Internetseite www. gartenbauvereine.de fündig.
Wer im nächsten Jahr keine böse Überraschung auf seiner Streuobstwiese vorfinden will, sollte sich jetzt auch um die Schädlinge im kommenden Jahr Gedanken machen. Eventuell angebrachte Wellpappgürtel sollten jetzt kontrolliert und entfernt werden, um die darin befindlichen Raupen des Apfelwicklers (Cydia pomonella) zu dezimieren.
Auch gegen den Befall durch den Kleinen Frostspanner (Operophtera brumata) kann jetzt im Oktober etwas unternommen werden. Die sich im Juni im Boden verpuppten Raupen schlüpfen jetzt im Oktober. Da die Weibchen des Frostspanners nicht flugfähig sind und am Baumstamm hochklettern müssen, können nun ausgebrachte Leimringe die Eiablage am Baum verhindern und somit den Befall im kommenden Jahr stark eindämmen. Die ausgebrachten Leimringe sollten jedoch immer kontrolliert werden, da die Klebeeigenschaft nachlassen kann oder so viele Frostspanner auf den Leim gegangen sind, dass sich „Brücken“ über den Leimring gebildet haben.
Wer sich diese Arbeit sparen möchte, kann auch die natürlichen Fraßfeinde des Frostspanners fördern. Kohlmeisen können den Befall durch den Frostspanner stark eindämmen, da eine Kohlmeise mehrere Hundert Raupen am Tag vertilgen kann. Nisthilfen für Vögel sind sinnvoll, um das natürliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und ökologisch einem zu starken Befall vorzubeugen.

November

Bäume pflanzen: Im November und Dezember herrschen die richtigen Voraussetzungen, um Obstbäume zu pflanzen. In diesen Monaten regnet es normalerweise genug, damit die gepflanzten Bäume nicht gegossen werden müssen und die jungen Wurzeln anwachsen können. Der Boden sollte allerdings nicht gefroren sein.
Damit der Baum ein langes Leben vor sich hat, sollte zuerst der Standort genauer betrachtet werden. Hier empfiehlt sich eine Bodenanalyse durchzuführen, bei der die Bodenaktivität und der Huminstoffgehalt bestimmt werden sollten. Auch ist auf ausreichenden Platz zu achten, da die meisten Streuobstbäume auf einer Sämlingsunterlage veredelt sind und somit große Kronen ausbilden. Ein Abstand zwischen den Bäumen von mindestens 10 Metern ist hier einzuhalten.
Beim Pflanzen des Baumes sollte das Pflanzloch mindestens eine Größe von 80x80x60 cm haben, damit der verwendete Wühlmauskorb mit eingebracht werden kann und die Feinwurzeln genügend aufgelockerten Boden vorfinden. Ob der Wühlmauskorb nun verzinkt oder unverzinkt sein sollte, ist jedem selbst überlassen. Beide Ausführungen haben ihre Vor- und Nachteile. Ebenfalls sollten Sie unbedingt einen Stützpfosten vor der Pflanzung in die Pflanzgrube einschlagen, damit Sie den jungen Baum nicht mit dem Hammer verletzten.
Wenn Sie den Baumschnitt beherrschen, so sind nun beschädigte Wurzeln zu entfernen, die vorhandenen Wurzeln so zu schneiden, dass eine gleichmäßige Verteilung der Wurzelmasse vorliegt und ein Pflanzschnitt durchzuführen. Neben der Stammverlängerung sollten maximal 4 Leitäste, die gut an Stamm verteilt sind, verbleiben. Eine starke Einkürzung der verbleibenden Äste regt das Wachstum im Frühjahr an und ist die Grundlage für eine gesunde und stabile Kronenentwicklung. Wenn Sie sich hierbei nicht sicher sind, können Sie diese Schritte auch in der Baumschule erledigen lassen.
Sehr wichtig bei der Pflanzung ist es, die Veredelungsstelle mindestens 10 bis 15 cm über dem Erdreich zu positionieren. Diese ist an der Verdickung des Stammes oberhalb der Wurzel zu erkennen. Liegt die Veredelungsstelle tiefer oder gar im Boden, so wird die Unterlage austreiben und die aufgenommenen Nährstoffe in ihr eigenes Wachstum und nicht in das Wachstum des gewünschten Obstbaumes stecken.
Wenn Sie dem jungen Baum einen sehr guten Start ermöglichen möchten, können Sie dem Erdreich jetzt ein Mykorrhiza-Präparat beimischen, um die Nährstoffaufnahme zu verbessern und eine Grundlage für einen vitalen Hochstamm zu legen.
Die Baumscheibe sollte nun die ersten Standjahre freigehalten werden, damit Gräser und Blütenpflanzen keine Konkurrenz für den Baum darstellen können.
Sollte die Bodenanalyse gezeigt haben, dass eine Ausbringung von Kalk notwendig ist, so sollte diese bei feuchter Witterung oder Schnee erfolgen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.gartenbauvereine.de

Falllaub kompostieren: Um den Pilzbefall von Obstbäumen zu reduzieren, sollten Sie jetzt das Falllaub von der Wiese entfernen. Hierdurch werden die vorhandenen Pilzsporen, die an den Blättern haften von der Wiese abgeräumt und das Infektionsrisiko wird stark minimiert. Das anfallende Laub können Sie dann kompostieren und für die nächsten Jahre als Dünger oder Bodenverbesserer verwenden.

Julen und Nisthilfen bauen: Die Tage werden immer kürzer und die Zeit, auf der Obstwiese tätig zu sein wird von Tag zu Tag knapper. Jedoch können die dunklen Stunden auch sinnvoll genutzt werden. Bauen Sie jetzt Nisthilfen für Vögel und Insekten oder zimmern Sie Julen für Ihre Streuobstwiese. Durch die Bereitstellung von Nistmöglichkeiten wird die Anzahl der auf der Wiese vorkommenden Insekten und damit die Bestäubung der Blüten gefördert. Ansitzstangen, sogenannte Julen, werden oft von Greifvögeln benutzt, um nach Beute Ausschau zu halten. Hierdurch können Sie Probleme mit Wühlmäusen entgegenwirken. Ebenfalls verhindern Sie hiermit Astabbrüche, die durch Greifvögel entstehen, die sich auf neu gepflanzte Bäume setzten.

Dezember

Bäume pflanzen

Im November und Dezember herrschen die richtigen Voraussetzungen, um Obstbäume zu pflanzen. In diesen Monaten regnet es normalerweise genug, damit die gepflanzten Bäume nicht gegossen werden müssen und die jungen Wurzeln anwachsen können. Der Boden sollte allerdings nicht gefroren sein.
Damit der Baum ein langes Leben vor sich hat, sollte zuerst der Standort genauer betrachtet werden. Hier empfiehlt sich eine Bodenanalyse durchzuführen, bei der die Bodenaktivität und der Huminstoffgehalt bestimmt werden sollten. Auch ist auf ausreichenden Platz zu achten, da die meisten Streuobstbäume auf einer Sämlingsunterlage veredelt sind und somit große Kronen ausbilden. Ein Abstand zwischen den Bäumen von mindestens 10 Metern ist hier einzuhalten.
Beim Pflanzen des Baumes sollte das Pflanzloch mindestens eine Größe von 80x80x60 cm haben, damit der verwendete Wühlmauskorb mit eingebracht werden kann und die Feinwurzeln genügend aufgelockerten Boden vorfinden. Ob der Wühlmauskorb nun verzinkt oder unverzinkt sein sollte, ist jedem selbst überlassen. Beide Ausführungen haben ihre Vor- und Nachteile. Ebenfalls sollten Sie unbedingt einen Stützpfosten vor der Pflanzung in die Pflanzgrube einschlagen, damit Sie den jungen Baum nicht mit dem Hammer verletzen.
Wenn Sie den Baumschnitt beherrschen, so sind nun beschädigte Wurzeln zu entfernen, die vorhandenen Wurzeln so zu schneiden, dass eine gleichmäßige Verteilung der Wurzelmasse vorliegt und ein Pflanzschnitt durchzuführen. Neben der Stammverlängerung sollten maximal 4 Leitäste, die gut an Stamm verteilt sind, verbleiben. Eine starke Einkürzung der verbleibenden Äste regt das Wachstum im Frühjahr an und ist die Grundlage für eine gesunde und stabile Kronenentwicklung. Wenn Sie sich hierbei nicht sicher sind, können Sie diese Schritte auch schon in der Baumschule erledigen lassen.
Sehr wichtig bei der Pflanzung ist es, die Veredelungsstelle mindestens 10 bis 15 cm über dem Erdreich zu positionieren. Diese ist an der Verdickung des Stammes oberhalb der Wurzel zu erkennen. Liegt die Veredelungsstelle tiefer oder gar im Boden, so wird die Unterlage austreiben und die aufgenommenen Nährstoffe in ihr eigenes Wachstum und nicht in das Wachstum des gewünschten Obstbaumes stecken.
Wenn Sie dem jungen Baum einen sehr guten Start ermöglichen möchten, können Sie dem Erdreich jetzt ein Mykorrhiza-Präparat beimischen, um die Nährstoffaufnahme zu verbessern und eine Grundlage für einen vitalen Hochstamm zu legen.
Die Baumscheibe sollte nun die ersten Standjahre freigehalten werden, damit Gräser und Blütenpflanzen keine Konkurrenz für den Baum darstellen können.
Sollte die Bodenanalyse gezeigt haben, dass eine Ausbringung von Kalk notwendig ist, so sollte diese bei feuchter Witterung oder Schnee erfolgen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.gartenbauvereine.de

Julen und Nisthilfen bauen

Die Tage werden immer kürzer und die Zeit, auf der Obstwiese tätig zu sein wird von Tag zu Tag knapper. Jedoch können die dunklen Stunden auch sinnvoll genutzt werden. Bauen Sie jetzt Nisthilfen für Vögel und Insekten oder zimmern Sie Julen für Ihre Streuobstwiese. Durch die Bereitstellung von Nistmöglichkeiten wird die Anzahl der auf der Wiese vorkommenden Insekten und damit die Bestäubung der Blüten gefördert.
Verwenden Sie hohle Pflanzenstängel oder Pappröhrchen, die Sie in eine alte Konservendose stecken. Markhaltige Stängel wie die eines Holunders, können Sie zum Beispiel vertikal an einen Zaun binden. Die hierauf spezialisierten Arten, wie die Dreizahn-Mauerbiene (Osmia tridentata), bohren sich selbstständig eine Brutkammer in das Mark und legen hier ihre Eier ab.
Ebenso einfach wie effizient sind Nisthilfen aus Hartholz. Bohren Sie hierbei jedoch die Löcher unbedingt in das Längsholz, also in die Seite, wo vorher die Rinde des Stammes war. Scheiben, wie man sie oft sieht, neigen zur Rissbildung und bilden somit eine unsichere Nistmöglichkeit für die Brut. Die Löcher sollten zwischen 2 und 10 mm groß und mindestens 10 cm tief sein. Achten Sie hierbei darauf, dass die Löcher nicht ausfransen und schleifen Sie den „Eingangsbereich“ mit etwas Schleifpapier glatt.
Ansitzstangen, sogenannte Julen, werden oft von Greifvögeln benutzt, um nach Beute Ausschau zu halten. Hierdurch können Sie Probleme mit Wühlmäusen entgegenwirken. Ebenfalls verhindern Sie hiermit Astabbrüche, die durch Greifvögel entstehen, die sich auf neu gepflanzte Bäume setzen.

Januar

Der Winterschnitt am Obstbaum

Im Winter haben Obstbäume keine Blätter, deshalb ist eine gute Übersicht gegeben und die Bäume können besser geschnitten werden. Zudem befindet sich der Obstbaum in einer winterlichen Ruhephase. In dieser Saftruhe sind alle physiologischen Prozesse im Baum heruntergefahren und der Baum reagiert nicht auf Schnittverletzungen. Ein Schnitt im Winter erhöht den Wachstumseffekt im Frühjahr. Die Energie, die in den Wurzeln gespeichert wird und für die im Herbst noch vorhandenen Äste gedacht war, wird nun in die Neubildung und das Wachstum von jungen Trieben gesteckt.
Grundsätzlich kann gesagt werden: Je stärker ein Baum geschnitten wird, desto stärker wird er austreiben; je steiler ein Ast steht, umso stärker wächst er. Möchten Sie den Wuchs eines Baumes bremsen, so empfiehlt sich eher ein Sommerschnitt. Hier können Sie auch besser einschätzen, wie stark geschnitten werden muss. Der Baum soll genug durchlüftet werden und trotzdem genug Blätter haben, die Schatten werfen und Sonnenbrand auf den Früchten verhindern. Generell soll durch den Schnitt eine Balance zwischen Fruchtbildung und Triebwachstum geschaffen werden.
Der Obstgehölzschnitt sollte an trockenen, frostfreien Tagen durchgeführt werden. Bei starkem Frost kann der Baum die frischen Schnittflächen nur schwer schließen. Ist es feucht, bieten sich die Schnittwunden als Eintrittspforte für Krankheitserreger an. Werden nur kleine Äste entfernt, ist das in der Regel unproblematisch. Die Schnittwerkzeuge sollten scharf und in einwandfreiem Zustand sein, um Verletzungen vorzubeugen und eine glatte, gut verschließbare Wunde am Ast zu hinterlassen.
Flechten im Obstbaum sind übrigens keine Gefahr für den Baum. Die epiphytischen Zusammenschlüsse aus Pilzen und Algen sind eher ein Zeichen für gute Luft und können bedenkenlos am Baum verbleiben. Ein starker Bewuchs aus Moosen dagegen ist ein Indikator dafür, dass die Baumkrone zu schlecht belichtet wird. Durch einen Pflegeschnitt und die Entnahme von innen liegenden Ästen wird die Belichtung und die Durchlüftung verbessert und die feuchtigkeitsspeichernden Moose in Schach gehalten.
Werden größere Äste entnommen, sollten diese auf Astring geschnitten werden. Beim Schnitt ist zu beachten, dass erst ein sogenannter Entlastungsschnitt an der Unterseite des Astes vorgenommen wird, um ein Ausreißen der Rinde zu verhindern.
Befinden sich kleinere tote Äste im Baum, die nicht bruchgefährdet sind, können diese im Baum belassen werden. Sie bieten verschiedensten Vögeln Sing- und Jagdwarten und dienen vielen Insekten als Unterschlupf. Das Schnittgut, insbesondere größere Äste können, auf der Wiese gestapelt werden und als Nisthilfen dienen. So fördern Sie die Diversität auf Ihrer Obstwiese und erhalten das ökologische Gleichgewicht.
Wollen Sie eine Obstwiese verkaufen, verpachten oder sind Sie selbst auf der Suche nach einer Obstwiese? Dann schauen sie doch mal unter www.gartenbauvereine.de auf der Streuobstbörse vorbei. Hier finden Sie, neben Flächenangeboten und –gesuchen, auch Informationen zur Berufsgenossenschaft, Haftpflicht sowie Musterpachtverträge, die Ihnen den Einstieg in den Obstbau vereinfachen.

Februar

Befinden sich kleinere tote Äste im Baum, die nicht bruchgefährdet sind, können diese im Baum belassen werden. Sie bieten verschiedensten Vögeln Sing- und Jagdwarten und dienen vielen Insekten als Unterschlupf. Das Schnittgut, insbesondere größere Äste können, auf der Wiese gestapelt werden und als Nisthilfen dienen. Ebenso können dünnere Äste zu einer Benjeshecke zusammengesteckt werden. Durch diese Methode wird dem Schnittgut ein weiterer Sinn und Zweck gegeben. Somit entsteht ein Lebensraum für viele Tiere und Sie haben keine Entsorgungsschwierigkeiten mit dem Geäst. So fördern Sie die Diversität auf Ihrer Obstwiese und erhalten das ökologische Gleichgewicht.

Im Februar ist auch die Zeit gekommen die vorhandenen Nistkästen zu säubern oder neue Nistkästen anzubringen. Wird das alte Nistmaterial und der Kot im Nistkasten belassen, sammeln sich hier Krankheitserreger und Schädlinge, die die kommende Brut bedrohen.

Auch im Februar haben Obstbäume keine Blätter, deshalb ist eine gute Übersicht gegeben und die Bäume können besser geschnitten werden. Zudem befindet sich der Obstbaum in einer winterlichen Ruhephase. In dieser Saftruhe sind alle physiologischen Prozesse im Baum heruntergefahren und der Baum reagiert nicht auf Schnittverletzungen. Ein Schnitt im Winter erhöht den Wachstumseffekt im Frühjahr. Die Energie, die in den Wurzeln gespeichert wird und für die im Herbst noch vorhandenen Äste gedacht war, wird nun in die Neubildung und das Wachstum von jungen Trieben gesteckt.

Grundsätzlich kann gesagt werden: Je stärker ein Baum geschnitten wird, desto stärker wird er austreiben; je steiler ein Ast steht, umso stärker wächst er. Möchten Sie den Wuchs eines Baumes bremsen, so empfiehlt sich eher ein Sommerschnitt. Hier können Sie auch besser einschätzen, wie stark geschnitten werden muss. Der Baum soll genug durchlüftet werden und trotzdem genug Blätter haben, die Schatten werfen und Sonnenbrand auf den Früchten verhindern. Generell soll durch den Schnitt eine Balance zwischen Fruchtbildung und Triebwachstum geschaffen werden.

Der Obstgehölzschnitt sollte an trockenen, frostfreien Tagen durchgeführt werden. Bei starkem Frost kann der Baum die frischen Schnittflächen nur schwer schließen. Ist es feucht, bieten sich die Schnittwunden als Eintrittspforte für Krankheitserreger an. Werden nur kleine Äste entfernt, ist das in der Regel unproblematisch. Die Schnittwerkzeuge sollten scharf und in einwandfreiem Zustand sein, um Verletzungen vorzubeugen und eine glatte, gut verschließbare Wunde am Ast zu hinterlassen.

Flechten im Obstbaum sind übrigens keine Gefahr für den Baum. Die epiphytischen Zusammenschlüsse aus Pilzen und Algen sind eher ein Zeichen für gute Luft und können bedenkenlos am Baum verbleiben. Ein starker Bewuchs aus Moosen dagegen ist ein Indikator dafür, dass die Baumkrone zu schlecht belichtet wird. Durch einen Pflegeschnitt und die Entnahme von innen liegenden Ästen wird die Belichtung und die Durchlüftung verbessert und die feuchtigkeitsspeichernden Moose in Schach gehalten.

Werden größere Äste entnommen, sollten diese auf Astring geschnitten werden. Beim Schnitt ist zu beachten, dass erst ein sogenannter Entlastungsschnitt an der Unterseite des Astes vorgenommen wird, um ein Ausreißen der Rinde zu verhindern.

März

Bäume pflanzen:

Im November und Dezember herrschen die richtigen Voraussetzungen, um Obstbäume zu pflanzen. In diesen Monaten regnet es normalerweise genug, damit die gepflanzten Bäume nicht gegossen werden müssen und die jungen Wurzeln anwachsen können. Der Boden sollte allerdings nicht gefroren sein.

Damit der Baum ein langes Leben vor sich hat, sollte zuerst der Standort genauer betrachtet werden. Hier empfiehlt sich eine Bodenanalyse durchzuführen, bei der die Bodenaktivität und der Huminstoffgehalt bestimmt werden sollten. Auch ist auf ausreichenden Platz zu achten, da die meisten Streuobstbäume auf einer Sämlingsunterlage veredelt sind und somit große Kronen ausbilden. Ein Abstand zwischen den Bäumen von mindestens 10 Metern ist hier einzuhalten.

Beim Pflanzen des Baumes sollte das Pflanzloch mindestens eine Größe von 80x80x60 cm haben, damit der verwendete Wühlmauskorb mit eingebracht werden kann und die Feinwurzeln genügend aufgelockerten Boden vorfinden. Ob der Wühlmauskorb nun verzinkt oder unverzinkt sein sollte, ist jedem selbst überlassen. Beide Ausführungen haben ihre Vor- und Nachteile. Ebenfalls sollten Sie unbedingt einen Stützpfosten vor der Pflanzung in die Pflanzgrube einschlagen, damit Sie den jungen Baum nicht mit dem Hammer verletzen.

Wenn Sie den Baumschnitt beherrschen, so sind nun beschädigte Wurzeln zu entfernen, die vorhandenen Wurzeln so zu schneiden, dass eine gleichmäßige Verteilung der Wurzelmasse vorliegt und ein Pflanzschnitt durchzuführen. Neben der Stammverlängerung sollten maximal 4 Leitäste, die gut am Stamm verteilt sind, verbleiben. Eine starke Einkürzung der verbleibenden Äste regt das Wachstum im Frühjahr an und ist die Grundlage für eine gesunde und stabile Kronenentwicklung. Wenn Sie sich hierbei nicht sicher sind, können Sie diese Schritte auch in der Baumschule erledigen lassen.

Sehr wichtig bei der Pflanzung ist es, die Veredelungsstelle mindestens 10 bis 15 cm über dem Erdreich zu positionieren. Diese ist an der Verdickung des Stammes oberhalb der Wurzel zu erkennen. Liegt die Veredelungsstelle tiefer oder gar im Boden, so wird die Unterlage austreiben und die aufgenommenen Nährstoffe in ihr eigenes Wachstum und nicht in das Wachstum des gewünschten Obstbaumes stecken.

Wenn Sie dem jungen Baum einen sehr guten Start ermöglichen möchten, können Sie dem Erdreich jetzt ein Mykorrhiza-Präparat beimischen, um die Nährstoffaufnahme zu verbessern und eine Grundlage für einen vitalen Hochstamm zu legen.

Die Baumscheibe sollte nun die ersten Standjahre freigehalten werden, damit Gräser und Blütenpflanzen keine Konkurrenz für den Baum darstellen können.

Sollte die Bodenanalyse gezeigt haben, dass eine Ausbringung von Kalk notwendig ist, so sollte diese bei feuchter Witterung oder Schnee erfolgen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Auf Schädlinge überprüfen:

Im Frühjahr können auch frühzeitig Schädlinge erkannt und bekämpft werden. Somit können bessere Bedingungen für das restliche Jahr erzielt werden. Die Raupen und Larven des Apfelwicklers sind nun unter den Borken von Bäumen zu finden. Durch das Entfernen in diesem frühen Stadium kann der Befallsdruck minimiert werden.

Werden die Bäume jetzt im März geschnitten, ist auf den Befall von Mehltau zu achten. Infizierte Äste müssen entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung auf der Obstwiese zu unterbinden. Bei allen Schnittmaßnahmen zur Bekämpfung von Krankheitserregern ist auf eine gründliche Desinfizierung des Schnittwerkzeuges zu achten. Wird diese Sicherheitsmaßnahme nicht durchgeführt, so werden die Erreger vom Streuobstbesitzer auf alle Obstbäume der Wiese übertragen.

Will man den Befall durch den Apfelblütenstecher untersuchen, so eignet sich die Klopfprobe hierfür am besten. Der Klopftrichter wird unter einen Ast gehalten und mit einem gepolsterten Stock wird gegen den Ast geschlagen. Der Trichter endet in einem Glas, in dem die zu bestimmenden Tiere landen. So können Sie mit verhältnismäßig wenig Aufwand einen Überblick über die Schädlingsdichte auf Ihrer Obstwiese erhalten.

April

Bäume pflanzen:

Im April besteht immer noch die Möglichkeit Obstbäume zu pflanzen. Jedoch sollten Sie hier darauf achten, dass in Trockenperioden die jungen Bäume unbedingt zu wässern sind.

Die richtige Obstsorte für die Streuobstwiese zu finden kann jedoch schwerer sein als gedacht. Auf unserer Internetseite www.gartenbauvereine.de finden sich „Obstsorten und Tipps für den Streuobsteinstieg“. Zu beachten ist die „Robustheit“ der Sorte im Zusammenhang mit verschiedensten Krankheiten und den vorherrschenden Standortfaktoren.

Gute Baumschulen können hier die richtigen Sorten vorschlagen, wenn die Gegebenheiten wie Bodenart, Ausrichtung und Temperatur auf der Wiese beschrieben werden können.

Bäume veredeln:

In der Zeit zwischen April und Juni besteht auch die Möglichkeit, Obstbäume zu veredeln. Doch wieso sollen oder müssen Obstbäume überhaupt veredelt werden?

Obstbäume die durch generative Vermehrung entstehen, also durch einen Samen, weisen fast nie die Merkmale der Elternpflanze auf. Um einen Klon der vorhandenen Sorte zu erhalten, muss durch die Veredelung auf eine Unterlage das genetische Material der gewünschten Sorte aufgebracht werden. Der so entstandene Baum ist somit genetisch identisch mit seiner Elternpflanze. Hierdurch können die verschiedensten Sorten und deren Eigenschaften, über eine sehr lange Zeit aufrechterhalten werden.

Man unterscheidet zwischen mehreren Techniken der Veredelung. Neben dem Rindenpfropfen gibt es unter anderem auch die Möglichkeit zur Kopulation oder Okulation. Sehr wichtig ist hier, dass die Rinde „im Saft steht“ und sich leicht lösen lässt. Das Rindenpfropfen wird hauptsächlich genutzt, wenn die Unterlage größer im Durchmesser ist als das Edelreis.

Sind Reis und Unterlage gleich groß, so empfiehlt sich eher die Kopulation. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Schnittfläche viel größer als der Durchmesser der Unterlage/ Reis sein muss, um die Oberfläche des Kambiums so groß wie möglich zu halten. Das Kambium ist der Ort, an dem die Unterlage und das Edelreis zusammenwachsen. Somit ist es essenziell, dass beide Schnittflächen perfekt aufeinander passen. Das Edelreis sollte hierbei auf drei Augen eingekürzt werden (siehe Abbildung).

Egal welche Technik angewandt wird, ist es natürlich von äußerster Wichtigkeit, dass Werkzeug und Materialien sauber, scharf und sicher sind. Verschlossen werden die Veredelungsstellen mit Wachs oder Klebebändern.

Wer sich hierbei nicht sicher ist, kann sich an den lokalen Obst- und Gartenbauverein wenden. Hier werden teilweise Veredelungskurse angeboten.

Mai

Im Mai sollten schon viele Arbeiten auf den Streuobstwiesen abgeschlossen sein. Jetzt gilt es, die Arbeiten der letzten Monate zu schützen. Der Monat Mai ist die richtige Zeit sich mit den auf einer Streuobstwiese vorkommenden „Schädlingen“ zu befassen. Natürlich hat jedes Tier, das wir auf den Obstwiesen finden seine Daseinsberechtigung. Darum ist das Wort „Schädling“ etwas unbedacht gewählt. Jedoch möchten wir auch im Herbst die Früchte unserer Arbeit genießen, was uns dazu veranlasst, die Bäume etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist der wohl bekannteste Mitesser auf den Streuobstwiesen. Er ist der „Wurm im Apfel“ und kann einem die Ernte deutlich verschlechtern. Im Mai ist der richtige Zeitpunkt, Pheromonfallen in die Apfelbäume zu hängen. Hierdurch werden die männlichen Falter angelockt und man kann die Flugaktivität des Apfelwicklers einschätzen. Diese ist für das weitere Vorgehen extrem wichtig, da man hierdurch den Zeitpunkt der Eiablage und das Auftreten der ersten Raupen abpassen kann.

Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) ist hier schon weiter in seiner Entwicklung. Die Raupen des Frostspanners können jetzt schon auf den Blättern der Bäume zu finden sein. Die Raupen sollten nun abgesammelt werden und eventuelle Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Blattläuse (Aphidoidea) sind ebenfalls im Mai eventuell zu finden. Hierauf sollten die Blätter der Bäume ebenfalls untersucht werden. Die beste Möglichkeit gegen Blattläuse vorzugehen ist, den Fressfeinden einen guten Lebensraum zu bieten. Nisthilfen für Insekten sowie Totholzbestandteile auf der Wiese sind hier die richtigen Maßnahmen um Florfliegen, Marienkäfer und Co. zu fördern.

Juni

Jetzt im Juni gibt es einiges auf der Streuobstwiese zu beachten. Im Juni kann es schon vorkommen, dass Apfelbäume einige kleine Äpfel abwerfen. Hier müssen unbedingt die gefallenen Früchte von der Obstwiese entfernt werden, da diese eventuell die erste Generation des Apfelwicklers beherbergen können. Dieses Befallsrisiko gilt es zu verringern. Wer sich jetzt die Zeit nimmt und sich seine Bäume genau anschaut, kann einen Ernteausfall gegebenenfalls verhindern und die Qualität seiner Früchte steigern.

Auch Gespinnstraupen können jetzt entfernt werden, wenn die heranwachsende Ernte überprüft wird. Die spinnennetzähnlichen Gebilde können einfach vom Baum abgestreift werden. Ist die Streuobstwiese mit der Apfelgespinstmotte befallen, lohnt es sich jetzt schon über vorbeugende Maßnahmen für die kommenden Jahre zu überlegen. Fördern Sie Fressfeinde wie Vögel durch Nistmöglichkeiten, Wasserstellen und Nistmaterial. Ebenso können Sie verschiedene Schlupfwespenarten fördern, die ebenfalls eine Regulierung des Schädlings vollziehen.

Der Juni ist ebenfalls sehr gut dafür geeignet, neue, senkrechte Austriebe am Baum zu entfernen. Hierbei wird auf den sogenannten Juniriss zurückgegriffen. Diese „Wasserschosse“ werden nicht geschnitten, sondern mit einem beherzten Ruck ausgerissen. Da die Neutriebe jetzt noch zart und flexibel sind, gelingt dieser Eingriff nach etwas Übung mühelos und schnell. Ein weiterer Vorteil ist hierbei, dass nicht nur der Trieb entfernt wird, sondern ebenfalls alle „schlafenden Augen“ die an der Basis des Triebes sitzen. Somit kann hier kein weiterer Austrieb stattfinden.

Bei dieser Gelegenheit können auch gegebenenfalls Äste gestützt werden, um einen Astabbruch durch die hohe Gewichtsbelastung an Obst in manchen Jahren, zu verhindern. Wird bei Neupflanzungen hier jedoch in den ersten Standjahren das Holzwachstum gefördert und ein richtiger Erziehungsschnitt durchgeführt, so wird das Grundgerüst des Baumes so stark, dass die Gewichtslast im Normalfall vom Baum selbst getragen werden kann. Außerdem empfiehlt es sich eher die Anzahl der Früchte zu reduzieren und somit eine bessere Qualität der verbleibenden Äpfel zu erhalten.

Juli

Oft kommt es zwischen Juni und Juli zu einem sogenannten Juni- bzw. Julifall. Vereinzelt werfen Apfelbäume kleine, noch nicht ausgereifte Früchte ab, was eine natürliche Ausdünnung zur Folge hat. Mitunter kann dieser Fall auch durch die erste Generation des Apfelwicklers verursacht werden. Darum sind alle Früchte aufzulesen und von der Streuobstwiese zu entfernen. Hierdurch kann einem stärkeren Befall durch den Apfelwickler vorgebeugt werden.

Reife Steinfrüchte wie Kirschen können jetzt geerntet werden. Hierbei können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Ein Sommerschnitt kann hier nicht nur zur Auslichtung der Bäume genutzt werden, sondern hilft auch bei der Ernte. Äste, die geschnitten wurden, können sicher und mühelos am Boden abgeerntet werden.

Auch steht im Juli die Zeit der ersten Mahd an. Idealerweise sollten nur Teile der Obstwiese gemäht werden, um ein mosaikartiges Strukturgebilde in der vorhandenen Flora zu erzielen. Wenn möglich, sollte das Mähgut auf der Wiese für einige Tage liegen bleiben, um es den Pflanzen zu ermöglichen, die gebildeten Samen ausbreiten zu können. Auch wenn diese Möglichkeit nicht besteht, ist es von großer Bedeutung, dass das Mähgut nicht auf der Wiese verbleibt, sondern abgeräumt wird. Hierdurch werden dem Boden Nährstoffe entzogen, was für den Artenreichtum der Pflanzen und der damit einhergehenden Fauna äußerst wichtig ist.

August

Im August beginnt die Zeit, in der man sich über die kommende Ernte von Äpfeln und Birnen Gedanken machen muss.
Eine Tabelle mit vielen Keltereien und Brennereien findet sich auf der Internetseite des Verbands der Gartenbauvereine unter der Rubrik „Obstwiesen“.

https://www.gartenbauvereine.de/saarland_rheinland-pfalz/streuobst/obstwiesen/vereinseigene-keltereien-und-brennereien

Möchte man das Obst zu Hause lagern, so empfiehlt es sich einen kühlen, dunklen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit hierfür vorzubereiten. Holzkisten können hier als Möglichkeit dienen, mehrere Lagen an Obst luftig aufzubewahren. Alternativ können auch Lagerbeutel verwendet werden.

Wer jedes Jahr viele Äpfel sein Eigen nennen darf, für den empfiehlt sich unsere „Äppelkischd“.
Luftig und ohne Druckstellen wird das Obst in einer fahrbaren Kiste gelagert, die je nach Bedarf modular aufgebaut werden kann. Optisch ansprechend und in effektiver Bauweise kann hier Obst platzsparend gelagert werden. Weitere Informationen finden sich auf www.gartenbauvereine.de in unserem Shop.

Man unterscheidet bei den Äpfeln Sommer,- Herbst,- und Winteräpfel. Einige Sorten wie `Weißer Klarapfel´ oder `James Grieve´ können je nach Witterung schon im Juli bzw. August geerntet werden. Aufgrund der momentanen Wetterlage ist mit einem frühzeitigen Eintritt der Ernte zu rechnen. Ist man sich nicht sicher, ob die Äpfel am eigenen Baum reif sind,  so sollte man einen Apfel aufschneiden und sich die Kerne ansehen. Sind diese braun, so können Sie die Früchte ernten. Sind die Kerne dagegen hell, sollte mit der Ernte noch gewartet werden. Auch sollte darauf geachtet werden, wie leicht sich die Frucht vom Ast ablöst.

Ebenfalls ist der August die Zeit, einen Sommerschnitt an Apfelbäumen durchzuführen. Hier können die zu eng stehenden Langtriebe, die nach innen oder oben wachsen entfernt werden, ohne einen zu großen Wachstumsschub zu generieren. Somit wird der Baum beruhigt und die Energie wird auf das Fruchtwachstum gelenkt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Wetterlage nicht zu heiß aber trocken sein sollte.

Sie haben noch keine eigene Obstwiese? Oder eine Streuobstwiese zum Verkauf? Die Streuobstbörse vom Verband der Gartenbauvereine kann helfen. Inserate oder Gesuche nach Obst, Wiesen, Dienstleistungen oder Geräten können unter www.gartenbauvereine.de kostenlos eingestellt werden.
https://www.gartenbauvereine.de/saarland_rheinland-pfalz/streuobst/streuobstboerse/angebote-anfragen

Felix Ackermann
M. Sc. Ecology and Microbial Biodiversity
Streuobstkoordination

Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V.
Kulturzentrum Bettinger Mühle
Hüttersdorfer Straße 29 | 66839 Schmelz
Telefon 06887 / 90 32 99 9 | Telefax 06887 / 90 32 99 8
www.gartenbauvereine.de | Mail: ackermann@gartenbauvereine.de
oder auf Facebook: Verband der Gartenbauvereine SAL / RLP e.V.

Streuobstwiese Tünsdorf im Frühjahr (c) LaDe, 2006
Streuobstwiese Tünsdorf im Frühjahr (c) LaDe, 2006

Frühjahrsblüte Tünsdorf (c) LaDe, 2006
Frühjahrsblüte Tünsdorf (c) LaDe, 2006

Goldparmäne (c) LaDe, 2011
Goldparmäne (c) LaDe, 2011

Nisthilfen für Insekten (c) Ackermann 2018
Nisthilfen für Insekten (c) Ackermann 2018

Ökologisches Gold aus der Eder

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Wer das grünvoll-Magazin aufmerksam liest, wird sich vielleicht daran erinnern, vor 2 Jahren schon einmal einen Beitrag über Gold gelesen zu haben (im Frühjahr 2011, auf Seite 4). Damals habe ich erzählt, wie ich dazu gekommen bin, Fairtrade-Gold aus Argentinien zu verarbeiten. Der seelische Schock, den ich erlitt, als ich durch ein konventionelles Goldabbaugebiet fuhr, hat mich in meiner Goldschmiedeleidenschaft tief erschüttert. Gut so, denn wie das so ist im Leben, braucht man manchmal einen Wachrüttler, und den habe ich bekommen. 2003 habe ich daraufhin meine ganze Produktion (das klingt jetzt hochtrabend, bin ich doch nur eine 1-2 Mann-, bzw. Frau-Goldschmiede) auf Fairtradegold umgestellt. In den ersten Jahren war viel Aufklärungsarbeit nötig, doch es hat sich gelohnt, denn nun kommen aus ganz Deutschland, manchmal sogar aus den angrenzenden Ländern, Kunden zu mir, die großen Wert auf ethisch korrekten Schmuck legen. Und diese Menschen werden im sich wandelnden Zeitgeist immer mehr, das konnte ich in den letzten Jahren gut beobachten. An dieser Stelle sei ein Dank an all die ausgesprochen, die durch ihre Entscheidung, faires Gold, z.B. für ihre Eheringe, zu wählen, die Abbaubedingungen und die Lebensbedingungen für die Mineros verbessert haben.

9 Jahre habe ich ausschließlich dieses argentinische Gold bezogen und verarbeitet, doch im Jahr 2012 hat sich eine neue goldene Alternative aufgetan; mitten in Deutschland, in Hessen, da wo es eigentlich keiner vermutet. Dort fließt die Eder, ein Fluss, der in den Edersee mündet. Und dieser Fluss ist, wie einige andere Flüsse in Deutschland auch, goldhaltig. Der Goldgehalt ist allerdings sehr gering. So gering, dass es sich nicht lohnt, extra danach zu graben. Selbst der hohe Goldpreis der letzten Jahre würde keinen Abbau lohnenswert machen. Sie fragen sich, wie das Gold dann an die Oberfläche kommt? Die Antwort führt uns zu einem Kieswerk. Dort werden Kieselsteine verschiedener Größen sortiert und der verbleibende Quarzsand für die Bauindustrie bereitgestellt. Und genau in diesem Quarzsand befinden sich winzigste Goldteilchen, die bisher in Deutschlands Straßen und Häusern verbaut wurden. Da der Goldpreis im Lauf der Jahre stark gestiegen ist, hat man sich Gedanken gemacht, ob es nicht doch möglich wäre, das Gold als Nebenprodukt aus einem Kieswerk zu gewinnen. Nach langen Forschungen und Tests ist es schließlich gelungen, eine Anlage zu entwickeln, die ganz ohne Chemikalien in der Lage ist, das Gold von den anderen Mineralien im Sand zu trennen. Schließlich wird das Gold noch in einer Scheideanstalt gereinigt, damit es legiert und von Goldschmieden verarbeitet werden kann. Das Edergold wird als Deutschlands Ökogold angeboten und mir persönlich ist es besonders sympathisch, denn für dieses Gold wird nicht eigens gegraben, es fällt in geringen Mengen als Nebenprodukt ab.

So kann ich seit 2012 sowohl argentinisches Fairtradegold, als auch deutsches Öko-Edergold anbieten. Da beide Goldarten preisgleich sind, können sich die Kunden bei ihrem Kauf frei überlegen, welche Komponente ihnen die liebere ist, und diese dann fördern.

Auch wenn die Menge des Goldes nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so fängt doch jede Veränderung im Kleinen an. Und wer weiß, wie viele Kieswerke in Zukunft mit einer Goldfilteranlage versehen werden und ökologisch unbedenkliches Gold auf den Markt bringen.

Autorin: Petra Hoch-Dosch – Atelier Dosch – FaireRinge.de

Effektive Mikroorganismen und die wichtigsten Anwendungsbereiche

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Bei effektiven Mikroorganismen (EM) handelt es sich um eine Mischung von Mikroorganismen, die ursprünglich in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt wurde. EM sind überall in der Natur vorhanden. Dazu zählen zum Beispiel Milchsäurebakterien, Photosynthesebakterien und Hefepilze. Die einzelnen Mikroorganismen leben miteinander in einer Art Symbiose, sodass sie Leistungen erbringen können, wozu die einzelnen Arten nicht in der Lage wären. EM können eine übermäßige Oxidation wie etwa Schimmelbildung ebenso verhindern wie Fäulnis. Stattdessen werden die Prozesse durch positive Fermentation ersetzt. Auf diese Weise schaffen EM eine positive Mikrobiologie, die für Tiere, Menschen und Pflanzen äußerst gesund und wohltuend ist. Schon seit 1997 bietet zum Beispiel Multikraft eine EM-Technologie auf höchstem Niveau als ökologische kleine Helfer für Garten, Haus, Reinigung, Kosmetik und Teich. Alle von Multikraft hergestellten Produkte haben für Mensch, Tier und Umwelt dabei einen nachhaltigen Nutzen. Doch wie genau und in welchen Bereichen lassen sich EM im Alltag einsetzen?

Die Geschichte der EM

Ursprünglich wurden effektive Mikroorganismen zu Beginn der 80er-Jahre von Teruo Higa, einem japanischen Gartenbauprofessor entwickelt, der einen Bodenhilfsstoff benötigte, damit Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel nach und nach ersetzt werden konnten. Schnell wurde aber klar, dass EM auch im Haushalt, in der Industrie, in der Tierhaltung und in der Umwelt eingesetzt werden können. Danach verbreiteten sich effektive Mikroorganismen zunächst in Japan, in Thailand und in Brasilien. Erst in den letzten 20 Jahren fanden sie ihren Weg auch in Richtung Westen.

Effektive Mikroorganismen im Haushalt

Im Haushalt können effektive Mikroorganismen als Putzmittel eingesetzt werden – ähnlich wie Essigreiniger. Sie verbessern das Raumklima und reduzieren unangenehme Gerüche. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass sich weniger Staub neubildet. Demzufolge müssen Sie weniger Zeit mit Staub wischen und Fenster putzen verbringen. Überall, wo Wasser eingesetzt wird, können Sie ebenfalls mit EM arbeiten. Geben Sie EM-Produkte beispielsweise in den Putzeimer, in die Waschmaschine oder in den Geschirrspüler.

Im Haushalt
Quelle: unsplash.com

Effektive Mikroorganismen im Garten

In der heutigen Zeit gehören effektive Mikroorganismen zu dem Gartenwerkzeug, das jeder Gärtner daheim haben sollte. Sie können EM zwei- oder dreimal jährlich zum Gießen verwenden oder die entsprechenden Produkte einsetzen, um den Kompost zu durchfeuchten. Dies trägt zu einer schnellen positiven Umsetzung bei. Es gibt auch EM-Produkte, mit denen Sie Schädlinge auf ökologische Weise bekämpfen können. Darüber hinaus eignen sich EM auch für Teichbesitzer, denn sie helfen effektiv gegen Algen im Teich. Da sie vor allem die Selbstreinigungskraft eines Gewässers unterstützen, müssen Sie auf die Ergebnisse mitunter länger warten als das bei einem Algenfällmittel üblich ist. Im Endeffekt führen effektive Mikroorganismen aber zu einer stabilen und hervorragenden Wasserqualität, die die Teichbewohner gesund hält.

Effektive Mikroorganismen in Kosmetikprodukten

Mittlerweile werden auch Kosmetikprodukte angeboten, die effektive Mikroorganismen enthalten. Sie eignen sich für die Gesichts-, Mund-, Körper- und Haarpflege. Gerade Menschen, die unter einer empfindlichen Haut oder unter Allergien leiden, sind mit EM-Kosmetik- und Pflegeprodukten gut beraten, da dafür nur wertvolle Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden. Die Produkte sind frei von Farbstoffen, Duftstoffen, Tensiden und synthetischen Emulgatoren. Dabei wirken die effektiven Mikroorganismen antioxidativ und regenerativ und helfen der Haut dabei, ihren natürlichen Schutzmantel wieder aufzubauen.

 

Heilen mit Butter – die traditionelle Ayurveda-Kur

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Immer häufiger trifft man in jüngster Zeit auf den Begriff „Ayurveda“ bzw. liest oder hört von Ayurveda-Kuren. Unter Ayurveda versteht man die klassische indische Naturheilkunde, welche als das älteste, ganzheitliche Medizinsystem der Welt angesehen wird, und seit 1979 auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wird.

Im Westen wurden Ayurveda-Kuren dadurch bekannt, dass sie erstaunliche Heilerfolge bei chronischen Erkrankungen aufweisen können. Aber auch als einfache Reinigungs- oder Verjüngungskuren können sie viel bewirken.

Ayurveda unterscheidet drei Funktionsprinzipien, nämlich Kapha, Pitta und Vata, die in jeder Zelle wirken und deren optimales Zusammenspiel innere Harmonie, Gesundheit und Zufriedenheit erzielt. Das Prinzip Vata regelt bspw. alle Bewegungsabläufe im Körper sowie die nervlichen Prozesse. Ist Vata gestört, dann ist der Organismus zu „trocken“ und zu „kalt“ und es ergeben sich daraus Störungen des Bewegungsapparates, sowie alle Arten von Schmerzen und Nervenstörungen. Vata hat seinen Sitz im Darm und Ayurveda geht davon aus, dass die meisten Krankheiten sich von hier entwickeln. Eine Ayurveda-Kur zielt daher u.a. darauf ab, Vata ins Gleichgewicht zu bringen. Hierfür muss die innere „Trockenheit“ beseitigt werden, und auch eine Darmsanierung gehört auf jeden Fall dazu. Ayurveda geht weiterhin davon aus, dass sich auch bei recht gesunder Lebensweise im Körper Schlackenstoffe ablagern, ähnlich wie sich in einer gut gepflegten Wohnung dennoch immer wieder bestimmte Schmutzecken bilden, die dann z.B. im Rahmen eines Frühjahrsputzes beseitigt werden. Diese Schlackenstoffe lagern sich nun im Körpergewebe ab und können besonders im Bereich der Blutgefäße und in den Gelenken , aber auch in der Haut zu erheblichen Problemen führen. Im Laufe der Jahre kann dies die Grundlage für diverse chronische Erkrankungen bilden. Hier kann nun eine Ayurveda-Kur Abhilfe schaffen, indem mit Hilfe von gereinigter und medizinisch aufbereiteter Butter (Butterschmalz) diese Schlacke- und Giftstoffe gelöst und aus dem Körper ausgeleitet werden. Dazu ist es nötig, dass der Kurgast eine bestimmte Menge von diesem Butterschmalz trinkt. Ja aber – mag man nun vielleicht einwenden – wir haben doch oft genug gehört, dass Butter den Cholesterinspiegel erhöht und daher gar nicht zu empfehlen ist? Nun ist es wichtig zu wissen, dass in Indien viele chronische Erkrankungen z. B. des rheumatischen Formenkreises aber auch schwerstkranke Herzpatienten mit dieser Methode behandelt werden. Selbst Patienten mit hochgradiger Koronarsklerose, denen von der Schulmedizin dringendst eine Bypass-Operation empfohlen wurde, werden genauso große Mengen an Butterschmalz verabreicht, wie völlig Gesunden; und bereits nach 4 Wochen ist an eine Operation nicht mehr zu denken, das Herz wird wieder genügend versorgt. Hier sei also schon mal vorab erwähnt, dass durch diese Ayurveda-Kur nachgewiesen worden ist, dass die These von der Schädlichkeit der Butter so nicht stimmt und besonders dann nicht, wenn das Butterschmalz medizinisch aufbereitet wird. . Dieser Überzeugung sind auch immer mehr Schulmediziner, wie z. B. Chefarzt Dr. Poehlmann, Kassel, der unter der Überschrift „der Cholesterin-Mythos“ folgendes ausführt: „In den letzten 10 Jahren wird in der Laienpresse und sogar von Ärzten immer wieder die Meinung vertreten, das im Blut gefundene Cholesterin käme hauptsächlich aus der Nahrung. Diese für den Laien so naheliegende Erklärung deckt sich aber nicht mit der Wirklichkeit. Cholesterin ist eine Art von Fett. Fette werden vom menschlichen Körper zur Entgiftung verwendet. Wenn der Giftspiegel im Blut ansteigt, produziert der Organismus u. a. Cholesterin, um die schädlichen Wirkungen zu vermeiden. Man kann also an der Höhe des Cholesterinspiegels den allgemeinen Vergiftungsgrad ablesen. Um den Cholesterinspiegel zu senken, muss man deshalb die Vergiftung des Körpers reduzieren. Tiere speichern einen Großteil der mit der Nahrung aufgenommenen Giftstoffe im Fettgewebe. Wenn man also giftiges tierisches Fett (von Masttieren) isst, führt man dem Körper große Mengen an Gift zu, was wiederum zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels führt. Es ist aber das Gift und nicht das Fett. was dies bewirkt.“

Diesen Prozess macht sich also Ayurveda zunutze, indem durch die Zufuhr  von medizinischem Butterschmalz eine gründliche Reinigung bzw. Entgiftung des Körpers erzielt werden kann. Nicht nur in den Blutgefäßen, auch in den Gelenken kann eine entsprechende Reinigung von Ablagerungen erfolgen. Dabei beseitigt das Butterschmalz auch  die oft vorhandene Trockenheit, bzw. verbessert die Geschmeidigkeit der Gelenke und sorgt über  die Reduzierung von Vata für eine Beseitigung von Schmerzen.

Oft beobachtet man nach der Kur einen starken Rückgang überhöhter Cholesterinwerte.

Zu erwähnen ist noch, dass es ja bei uns viele Arten von Kuren gibt, die auch den Anspruch erheben, entschlackend bzw. reinigend zu wirken. Das ist auch richtig, allerdings bezieht sich dies nur weitgehend auf wasserlösliche Gift- und Schlackestoffe, während mit der hier vorgestellten Kur die besonders problematischen fettlöslichen Stoffe erreicht werden; dies macht das Besondere der Kur aus und bewirkt gerade bei vielen chronischen Erkrankungen gute Erfolge.

 Kurverlauf: Zunächst erfolgt ein ausführliches Aufnahmegespräch bei dem sich ein  näheres Kennenlernen ergibt, die Krankengeschichte eruiert wird und über die ayur- vedische  Pulsdiagnose weitere Informationen eingeholt werden.

Dann erwarten den Kurgast Dampfbäder und Ganzkörpermassagen , die mit wertvollen Körperölen für die nötige Durchblutung und eine einleitende Mobilisierung der Schlackenstoffe sorgen. Anschließend erfolgt an drei aufeinander foIgenden Tagen die morgendliche Einnahme vom Butterschmalz. Es geht weiter mit Dampfbädern und Massagen, damit das Butterschmalz möglichst in jede Körperzelle dringt  und die Gift- und Schlackenstoffe aus den Zellen bzw. von den Zellwänden löst.

Außerdem geht es gegen die innere Trockenheit vor, die bei Vata-Störungen zu beobachten  ist und sorgt dafür, dass in den Problembereichen wieder „alles in Butter“ ist.

Anschließend werden die nun im Darm gesammelten Gifte und Schlacken mit Hilfe eines  darmreinigenden Abführmittels ausgeleitet. Danach folgen noch weitere Behandlungen zur Darmsanierung und Stärkung des Immunsystems bzw. zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Wichtig ist dabei noch eine spezielle Akupressur-Massage für die Wirbelsäule. Ayurveda steht auf dem Standpunkt: „Wir sind so jung, wie unsere Wirbelsäule flexibel ist.“ Deshalb wird auf die Behandlung der Wirbelsäule besonderer Wert gelegt. Auch für Beschwerden in den Gelenken gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, z. B. Massagen mit bestimmten Ölen und Kräuterpasten.

Während der Kur sollte den Kurgast eine möglichst konfliktfreie Zone erwarten, in welcher er ohne Telefon, Radio und Fernsehen den Zerstreuungen des Alltags eine Sammlung mit Hilfe von Yoga, Atem- und Entspannungsübungen, Musiktherapie und Meditation entgegensetzen kann.

Die ruhige Atmosphäre im Haus sollte möglichst verstärkt werden durch eine schöne landschaftliche Umgebung, denn Spaziergänge in erholsamer Natur ergänzen das Kurprogramm in idealer Weise. Besonders wichtig ist die Diät, die Ieicht verdaulich, den Reinigungsprozess unterstützen und alle säurebildenden Prozesse ausschließen soll.

Seit 1994 wird diese Kur im Santulan AUM-Kurzentrum für Ayurveda in der Nähe von Heilbronn angewandt. Das Zentrum ist ein Ableger vom weltweit größten Ayurvedazentrum in Indien, dem Atmasantulana Village. Der dortige Gründer und Leiter Dr. Shri Balaji Tambe ist auch Gründer und Schirmherr des Santulan AUM-Kurzentrums. Hier werden die Kuren so wie in Indien durchgeführt.

Autor: Reinhard Ravidas Korn, AUM-Kurzentrum für Ayurveda und Naturheilverfahren