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Der Wetterfrosch und seine Helfer

Das digitale Zeitalter hat dem allseits beliebten, zuverlässigen und putzigen Gesellen Wetterfrosch den Kampf angesagt.  Großrechner und immer raffiniertere Technik der Wetterbeobachtung gefährden seine Existenz und die Art gilt als bedroht. Hat der Wetterfrosch wirklich ausgedient? Kann man unseren Großeltern noch trauen, die präzise Angaben zur Wetterentwicklung am hundertjährigen Kalender festmachen konnten? Zur Beantwortung dieser Fragen muss man schon eigene Beobachtungen machen und seine Schlüsse ziehen. Eine bekannte Boulevardzeitung

Hamburger Erklärung
Unterzeichnung der „Hamburger Erklärung“ – Foto: J. Beckmann

fühlte sich bereits im April 2011 kompetent, das Wetter für den gesamten Sommer voraus zu sagen. Ob raffinerte Technik dahinter steckte, die versagte oder Inkompetenz, weiß man nicht. Vorbeugend realistisch waren da einige Meteorologen, unter ihnen die beliebten TV-Moderatoren  Inge Niedeck und Sven Plöger, die in der „Hamburger Erklärung“ die Grenzen der langfristigen Vorhersagemöglichkeiten aufzeigten.

Danach ist es nur eingeschränkt möglich, Prognosen über einen Zeitraum von mehr als vier bis sechs Wochen als zuverlässig hinzustellen. Eines steht jedenfalls fest, der Jo-Jo-Sommer 2011 hat unseren Wetterfröschen – den Profis aus den Wetterredaktionen, Hobbymeteorologen und unserem Original im Glas – alles abverlangt. Es gab den Sommer im April und den Herbst im August.  Des einen Freud, des anderen Leid . Missernten gingen einher mit der Freude über den „Weinherbst“ im August, die Tourismusbranche freute sich über regen Flugverkehr gen Süden, aber der lang ersehnte Urlaub an den Küsten Deutschlands fiel für viele Familien ins Wasser.
Auf eine Veränderung der klimatischen Verhältnisse müssen wir uns in Deutschland mittelfristig einstellen, da sind sich die Meteorologen einig. Wer dem Wetterbericht nicht traut, kann das als Einstieg sehen für ein spannendes Hobby – die Betätigung als Wetterbeobachter und Wettermelder. Im Internet stehen Einsteigern und Profis viele hilfreiche Werkzeuge zur Verfügung. Die meteorologischen Dienste, u.a. die Unwetterzentrale der Meteomedia AG, bieten Radaranalyse, umfangreiche Wetterkarten, Meldesysteme und Tools für die eigene Homepage weitestgehend kostenfrei an. Wer Spaß an der eigenen Wetterstation hat, und deren Daten auch im Internet präsentieren möchte, kann eine durchaus semiprofessionellen Ansprüchen genügende Hard – und Software beispielsweise der Firma Davis Instruments verwenden, muss dafür aber je nach Ausstattung 300 bis 800 € kalkulieren. Kostenlose und durchaus fähige Software, kompatibel mit vielen Wetterstationen, gibt es aber auch im Netz.
Will man sich mit anderen austauschen, lernen, über das Wetter klönen oder sogar Analysen liefern zu Extremwetterereignissen, stehen viele Foren und Communities im WorldWideWeb bereit, in denen man auch weitere wertvolle Tipps zur Wetterbeobachtung, Naturfotografie und der Unwetterjagd (engl.: Stormchasing) bekommt.

Gewitterfront
Gewitterfront mit Regenkern – Foto: J. Beckmann

Auf keinen Fall sollte man ohne entsprechende Kenntnisse das Dokumentieren von Unwettern zu seiner Passion machen. Wer daran Interesse verspürt, sollte sich mit dem Gefährdungspotential von Gewittern und Stürmen auseinandersetzen und niemals sich und andere in Gefahr bringen. Wie man sich korrekt verhält und alles, was man sonst noch wissen muss, kann man beim Verein Skywarn Deutschland e.V. erfragen und ggf. eine Prüfung als „Advanced spotter“ ablegen.
Hat man sich mal eine Saison lang damit beschäftigt, wird man die Freude an der Natur nicht mehr los. Unser Wetterfrosch im Glas hat nicht ausgedient, sondern wird zum ständigen, zumindest symbolischen Begleiter bei einer aufregenden Beschäftigung mit dem komplexesten und am meisten diskutierten Thema in der Gesellschaft – dem Wetter.

Autor: Jürgen Beckmann, 59174 Kamen, 0163 391 63 99, Fachjournalist (FJS), Dipl. Kfm.(FH), www.beratung-kamen.de

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