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SHUUZ – Gutes tun mit gebrauchten Schuhen und den Erlös behalten oder spenden

Shuuz

Shuuz ist seit 2011 das Original, wenn Sie sozial korrekt und nachhaltig alte Schuhe entsorgen möchten. Privatpersonen können bei Shuuz umweltfreundlich gebrauchte Schuhe verkaufen. Und Institutionen können einen dauerhaften Fundraising Erfolg (z.B. im Kindergarten oder der KiTa) etablieren, indem sie Ihr Umfeld zum alte Schuhe spenden auffordern.

Alte Schuhe wertet Shuuz seriös mit Kolping Recycling aus. Kaputte Schuhe werden aussortiert, für die noch tragbaren Schuhe erhalten die Einsender einen fairen Erlös. Gebrauchte Schuhe werden weltweit zum kleinen Preis an bedürftige Menschen verkauft, die sich anderweitig keine Schuhe leisten könnten.

Deshalb tun Sie mit Ihrer Teilnahme gleich 3x Gutes: Zu Hause profitieren Sie, weil ihre Altschuhe seriös und transparent verwertet werden und der Erlös gezielt verwendet werden kann (statt in manch dubiosem Altkleider-Container zu versickern). Vor Ort helfen Sie Händlerfamilien, ihre Existenz zu sichern und Käufern, gute und günstige Schuhe zu bekommen. Und generell helfen Sie mit dem Schuhe Recycling, viel Müll zu vermeiden und wertvolle Rohstoffe einzusparen.

www.shuuz.de

Natur – und Umweltschutz-Akademie NRW – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA)

Das Bewusstsein für den Natur- und Umweltschutz in der Bevölkerung zu wecken und zu stärken sowie die in diesem Bereich Aktiven zu informieren und fortzubilden – das sind die Aufgaben der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA). Seit ihrer Einrichtung – 1985 zunächst als „Naturschutzzentrum NRW“ und 1997 zur NUA weiterentwickelt – kommt sie dieser Aufgabe mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Lehrgängen, Aktionstagen und Kampagnen sowie durch die Entwicklung und Bereitstellung von Informationsmaterialien nach.

Veranstaltungshinweise:

Lebendige Gewässer – Einsichten und Neues für die Praxis
vom 04. – 05. September 2019 in Stolberg
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BNEpraktisch: Kinderrechte
am 05. September 2019 in Recklinghausen
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Tiere PFLANZEN – Naturnahe Gärten für Insekten (und Menschen!)
Veranstaltung mit Markt der Möglichkeiten, Ideenmarkt und Pflanzenbörse am 14. September in Recklinghausen
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Kartoffel trifft Kurkuma – Interkulturelle Kompetenz trifft Umweltbildung II
Aufbaumodul am 18. September 2019 in Herten
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Made in Germany: Eine hochwertige und faire Alternative

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Das Mitte Oktober in Kraft getretene „Bündnis für nachhaltige Textilien“ soll für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungs-Industrie sorgen. Doch viele Unternehmen verweigern sich bisher noch den Bemühungen um Mindeststandards. Dabei gibt es eine bessere – und naheliegende – Alternative: Wer auf Produkte setzt, die in Deutschland hergestellt werden, erhält beste Ware, die guten Gewissens gekauft werden kann.

„Man muss es wollen“, lautet Entwicklungsminister Gerd Müllers knappes Statement zur Umsetzung fairer Konditionen bei der Textilherstellung. „Es gibt keinen Kompromiss bei der Einhaltung von Menschenrechten.“ Müller will mit dem am 16. Oktober abgeschlossenen „Bündnis für nachhaltige Textilien“ eine Brücke schlagen zwischen den Interessen der Unternehmen, denen der Gewerkschaften sowie den Konsumenten der Produkte, die meist in Fernost gefertigt werden. Ziel der Vereinbarung ist es, die Lebensbedingungen der Arbeiter in der Bekleidungsindustrie zu verbessern und neue ökologische Richtlinien einzuführen.

Bei der Umsetzung ergeben sich allerdings etliche Probleme. Dazu zählt, dass sich viele Textilmultis weigern, das Abkommen zu unterzeichnen: Bislang ist nur etwa die Hälfte der relevanten Firmen dem Bündnis beigetreten. Andere äußern Bedenken an der Umsetzbarkeit, die vor allem durch die Auslagerung einzelner Dienstleistungen auf andere Unternehmen massiv erschwert wird. Zudem, wie man sich denken kann, minimiert die Einhaltung der Standards die Gewinnmarge. So stehen viele Interessen der Durchsetzung gerechter Arbeitsbedingungen in Ländern wie Bangladesh entgegen.

Doch es gibt Alternativen. So sieht Kai Petersen, Geschäftsführer des Männerlabels Dailybread, die Zukunft der Textilindustrie im wachsenden Bewusstsein der Käufer. Seine Wäsche-Basics werden in Deutschland hergestellt – aus Überzeugung: „Es spricht einfach vieles dafür: von der hochwertigen Qualität der Ware bis hin zum Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort und den fairen Produktionsbedingungen. Das macht unsere Sachen zwar etwas teurer als die der großen Ketten – aber es lohnt sich in jeder Hinsicht.“

Der Online-Händler arbeitet deutschlandweit mit vier Herstellern zusammen, die in Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen sitzen; CO2-trächtige Transfers aus Übersee entfallen somit. Zudem produzieren die Unternehmen nach hohen ökologischen Standards und bieten zuverlässige Qualität, die sich in besserer Verarbeitung und längerer Haltbarkeit der Produkte zeigt. Immer mehr Unternehmen finden so ihre Nische auf dem Markt der nachhaltig produzierten Textilien. Die Kunden können sicher sein, dass die Ware nicht unter ausbeuterischen Bedingungen oder gar dem Einsatz von Kinderarbeit hergestellt wurde. Textilien „Made in Germany“ machen den Käufer unabhängig von Aktionsplänen wie dem „Bündnis für nachhaltige Textilien“, deren Umsetzung nur langsam vonstatten geht und kaum kontrolliert werden kann.

Daily Bread GmbH
Untere Bergstr. 15
85456 Wartenberg, Deutschland
Internet: www.dailybread.eu

Wie verreise ich richtig

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Wie verreise ich richtig oder: müssen wir jetzt alle zu Hause bleiben?

Als reflektierte, gebildete und sozial engagierte Menschen liegen uns das Wohl aller, der Umweltschutz, die Artenvielfalt und globale Fairness am Herzen. Wir kaufen Bio-Kost aus dem Hofladen, fahren möglichst mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln, meiden Kleidung, die in Billiglohnländern produziert wurde, kaufen fair-trade Kaffee und – wollen manchmal in den Urlaub fahren. Doch schon beim Blick auf die verlockenden Reiseziele kommt das schlechte Gewissen. Fliegen ist doch falsch, oder? Erderwärmung, Co2, das weiß inzwischen jeder. Bleibt jetzt nur noch die Radtour durch die heimischen Weinberge?

Eine schnelle Recherche im Internet lässt einen tatsächlich zu diesem Schluss kommen. Viele Seiten, die sich mit dem Thema des verträglichen Reisens beschäftigen, empfehlen den „Urlaub zu Hause“. Ganz unberechtigt ist das nicht. Denn natürlich ist es ökologisch bedenklicher, einen dreitägigen Kurzurlaub in New York City zu machen, als die heimische Natur wandernd zu erkunden. Und eine Woche in einer Bettenburg in der Dominikanischen Republik hat natürlich eine schlechtere Ökobilanz, als eine Woche im Ferienhaus auf Sylt.

Die Auswirkungen des Reisens lassen sich nicht allein in CO2-Emissionen messen

Eine pauschale Empfehlung zum „Urlaub um die Ecke“ ist dennoch sehr unüberlegt. Richtig ist, dass das Flugzeug den größten CO2-Ausstoß unter den gängigen Vermitteln verursacht. Fliegen ist ökologisch bedenklich. Die Auswirkungen des Reisens lassen sich aber nicht allein in CO2-Emissionen messen. Reisen bedeutet auch kulturellen Austausch, Inspiration, Lernen, Erleben und nicht zuletzt: Konsumieren.

Entwicklungs- und Schwellenländer nicht mehr zu besuchen, wäre eine wirtschaftliche Katastrophe

Es gibt viele Länder, die in einer vertretbaren, dem normalen Arbeitnehmer zumutbaren Zeit nur per Flug zu erreichen sind. Dazu zählen beliebte Reiseziele wie der südostasiatische Raum, Südamerika und Afrika. Industriestaaten wie Frankreich, Italien und England sind auch anders zu erreichen. Doch gerade Entwicklungs- und Schwellenländer profitieren vom Tourismus. Sie sind auf diesen Wirtschaftszweig angewiesen. Werden in den Industrienationen „nur“ zwischen 2% und 10% des Bruttoinlandsproduktes durch die Tourismusbranche generiert, sind es in vielen Entwicklungsländern 25-40%. Diese Länder nicht mehr zu besuchen, wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Der Tourismus sorgt für Arbeitsplätze, nicht nur in Entwicklungsländern. Pro 1 Mio. US-Dollar, die weltweit im Tourismus umgesetzt werden, entstehen 50 Arbeitsplätze. Außer im Bildungssektor sind nirgends mehr Menschen direkt beschäftigt, als im Tourismus. Es sind sechsmal so viele Menschen im Tourismus tätig, wie in der Automobilbranche und ein Drittel mehr als in der Finanzwirtschaft. Einen Zusammenbruch dieses Wirtschaftszweiges kann kein Weltverbesserer wollen.

In finanzschwachen Ländern ermöglichen Besucher die Finanzierung von Nationalparks und einer modernen Infrastruktur. Reisen kann sich positiv auf angrenzende Industriezweige wie Landwirtschaft, Transportwesen und die Baubranche auswirken. Wenn man ein wenig mithilft jedenfalls.

Wichtig ist, dass das Reiseland maßgeblich von den Besuchern profitiert

Inzwischen haben das viele Reiselustige erkannt und achten bei ihren Urlauben darauf, Angebote dem Bereich des nachhaltigen Tourismus zu buchen. Aber was ist das eigentlich genau?

Wie so oft gibt es hier verschiedene Definitionen, die sich jedoch in den Kernpunkten gleichen. Wichtig ist, dass das Reiseland maßgeblich von den Besuchern profitiert. Dazu gehört, dass Lebensmittel aus der Region bezogen werden, die Freizeitangebote die Kultur und Religion der Einheimischen respektieren, dass Regelungen für den Besuch von besonderen Naturräumen vereinbart werden und dass Einheimische einer Beschäftigung mit vertretbarem Gehalt nachgehen können. Auch sollten die Besucher viel über Kultur, Natur und Geschichte des Landes lernen und in Austausch mit der Bevölkerung kommen.

Viele klassischen Angebote, die den Besuch wichtiger, schöner und besonderer Orte eines Landes vorsehen, sowie Erholung am Strand und die Teilnahme an Kulturveranstaltungen, sind inzwischen in der verträglichen Variante buchbar. Die Veranstalter kaufen ihre Dienstleistungen nicht mehr möglichst billig, sondern möglichst gerecht ein. Das kostet den Verbraucher zwar etwas mehr, aber glücklicherweise sind viele Menschen mittlerweile so gut informiert, dass sie bei der Wahl des Urlaubs nicht nur auf Preise schauen. Dafür erhalten sie dann ein Angebot, das sie guten Gewissens genießen können und das qualitativ überzeugt.

Ecotraining – mehr als eine Auszeit

Noch weiter gehen Reiseveranstalter bei einem neuen Trend des verträglichen Tourismus: Sogenannte „Ecotrainings“  sind immer mehr im kommen. Bei dieser Art Urlaub geht es den Reisenden nicht mehr nur um Abwechslung, Erholung und neue Eindrücke. Sie wollen persönlich weiterkommen, etwas lernen, sich mit dem Reiseziel tief verbinden. Die Ecotrainings sind kleine oder größere Ausbildungen zu verschiedenen Themen. Ob Vogelbeobachtung, Wildtierfotografie, Spurenlesen oder eine Fortbildung zum Wildnisführer: In Phasen von mindestens zwei Wochen bis hin zu Angeboten, die ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr dauern, wird der Urlaub genutzt, um sich selbst in ein neues Thema einzuarbeiten. Für manche Reisenden wird daraus weit mehr als eine Auszeit. Die Begeisterung, die durch die wirkliche Kenntnis des Landes und seiner Natur und Kultur entstehen kann, ist so groß, dass nach dem Besuch des Trainings einige ein neues Berufsfeld für sich entdeckt haben und als Reiseleiter selbst Touren in die entsprechende Region anbieten.

Diese Angebote erfüllen gleich zahlreiche Bedingungen für verträgliche Reisen: Bei einer Ausbildung zum Wildnisführer beispielsweise werden Einheimische gebraucht, die ihre traditionellen Wildnistechniken weitergeben können. Sie erhalten in der lehrenden Funktion gute Löhne und können gleichzeitig ihr Brauchtum auf eine natürliche Weise am Leben erhalten, die sich deutlich von den bekannten Vorführungen für Touristen unterscheidet.

Die Besucher bekommen durch den sehr persönlichen Kontakt eine direkte Verbindung zur Tradition des Landes, die weit über „angucken“ hinausgeht. Sie verstehen, warum bestimmte Bräuche existieren und dass es wichtig ist, Räume frei zu lassen, in denen Traditionen weiter gelebt werden können, ohne Zäune, Hotelanlagen und Souvenirstände. Sie begreifen die Zusammenhänge des besonderen Lebensraumes, in dem sie sich befinden.

Außerdem sind die Teilnehmer hinterher in der Lage, zu Hause als Botschafter dieser Kultur im eigenen Bekanntenkreis Wissen weiter zu geben.

Reisen ist toll!

Wir können also aufatmen: Reisen ist toll! Wie aber erkenne ich als Laie, welches Angebot tatsächlich nachhaltig ist?

Ein entscheidender Faktor ist der Preis. Wenn eine Reise inklusive Flug, Unterkunft und Vollpension für 10 Tage nicht mehr kostet, als drei größere Familieneinkäufe im Bio-Supermarkt, dann kann da etwas nicht ganz sauber sein. Wo Flüge Co2-kompensiert werden, MitarbeiterInnen in der Gastronomie und Raumpflege vernünftige Löhne erhalten und nachhaltig produzierte Lebensmittel zum guten Ton gehören, ist der Preis meist vierstellig. Billig ist nicht gut. Wirklich nicht. Geht gar nicht.

Andersherum ist leider nicht alles nachhaltig, nur weil es teuer ist. Um Abzocke von Qualität unterscheiden zu können, gibt es mittlerweile aufwändige Zertifizierungsverfahren. Bekannt ist beispielsweise das CSR-Zertifikat. Es wird Reiseunternehmen ausgestellt, die nachweisen können, dass sie eine nachhaltige Unternehmensstruktur haben und Reisen anbieten, von denen das Reiseland maßgeblich profitiert.

Wie sieht es also aus, das perfekte Reiseangebot? Hier ein paar Tipps:
  • Wenn sich das Reiseland nur per Flugzeug erreichen lässt, sollte die Reisedauer die Emissionen rechtfertigen. Fernreisen unter 14 Tagen sind zu vermeiden. Machen Sie nur hin und wieder einen langen Urlaub in der Ferne und steigen sie für Kurzurlaube tatsächlich auf das Fahrrad in den Weinbergen um.
  • Kompensieren Sie den Flug. Bei Atmosfair (www.atmosfair.de) können Sie berechnen, wieviel CO2 ihr Flug verursacht. Durch einen freiwilligen Aufpreis unterstützen Sie klimaschonende Projekte und können den negativen Einfluss des Fluges etwas abfangen.
  • Es ist ok, wenn Sie nur am Strand liegen wollen. Überlegen Sie aber bitte, welches der nahegelegenste Strand ist. Nur für ein bisschen Sand muss man wirklich nicht um die halbe Welt fliegen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Menschen im Reiseland von Ihrem Besuch profitieren, indem Sie in lokalen Geschäften einkaufen, Cafés besuchen und zu Kulturveranstaltungen gehen.
  • Bringen Sie Interesse für das Land mit und nicht nur den Wunsch nach schönem Wetter und Strand. Wenn Sie viel über Land und Leute lernen, können Sie dazu beitragen, dass zu Hause mehr Verständnis für diese Kultur entwickelt wird.
  • Fragen sie bei der Reisbuchung nach Zertifikaten. Hotels können ebenso wie Reisebüros und Tourenanbieter ihre Produkte zertifizieren lassen. Das fängt beim Fisch in der Hotelküche an, der mehr oder weniger nachhaltig gefangen werden kann und geht über faire Arbeitsbedingungen weiter bis zur Programmgestaltung, die möglichst respekt – und rücksichtsvoll mit der Kultur und den Ressourcen des Landes umgehen sollte. Ein guter Reiseveranstalter weiß, aus welchem Garn seine Produkte gestrickt sind und kann Sie aufklären.

Autorin: Lilith Chromow, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsreferentin bei Aventerra e. V.

Quellen: www.aventerra.de, www.wikipedia.de, www.giz.d