Genauer Begriff
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Suche in Beiträgen
Suche in Seiten
Kategorien Filtern
Arbeitswelt, Bildung und Finanzen
Bauen und Renovieren
Essen und Trinken
Freizeit, Reisen und Literatur
Gesundheit und Wohlbefinden
News
Startseite
Veranstalter und Akteure
Verbände, Vereine und Behörden
Wohnen und Leben
Bild für Beitrag

Waldheilkunde – Gesundheit durch die Heilkraft des Waldes

Wälder gehören zu den wichtigsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde. Unbegrenzt dagegen scheinen die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Waldes auf Körper, Seele und Geist.

Der Wald ist ein vielfältiger und abwechslungsreicher Lebensraum, der zahlreichen Pflanzen und Tieren eine Heimat bietet. Prägendes Kennzeichen sind immer die Bäume, denn ohne Bäume kein Wald.

Bäume sind die ‚Grüne Lunge’ der Erde und bilden die Grundlage allen Lebens, da sie mithilfe ihres Blattgrüns (Chlorophyll) Kohlendioxid in Sauerstoff umzuwandeln vermögen. Die ersten Bäume entwickelten sich vor rund 360 Millionen Jahren und begleiten seither das Leben auf der Erde.

Der Wald als Lebensspender und Heiler

Mitteleuropa war einst mit großen, zusammenhängenden Waldflächen bedeckt. Wald war wilde, ungezähmte Natur, unkultiviertes Land. Freie Wiesen- und Ackerflächen gab es wenig. Lange Zeit lebten unsere Vorfahren in und mit dem Wald. Der Mensch lebte überwiegend von dem, was der Wald ihm bot – Schutz, Nahrung, Feuerholz und Baumaterial. Bäume und Kräuter wurden zu Heilzwecken eingesetzt. Der Wald war also nicht nur Lebensgrundlage, sondern diente auch der Gesunderhaltung von Mensch und Tier. Die Anfänge der mitteleuropäischen Heilkunde ergeben sich aus der Heilkraft des Waldes, einer Nutzbarmachung natürlicher Ressourcen aus dem direkten Lebensumfeld des Menschen.

Heilende Kräfte von Bäumen und Sträuchern

Baumbestandteile und Kräuter wurden in vielfältiger Weise zu Arzneien verarbeitet und Baumenergien zu Heilzwecken eingesetzt. Die Heilkräfte des Waldes sind für uns Mitteleuropäer die ursprünglichste Form der Heilkunde und können auch heute noch in vielfältiger Weise genutzt werden: in Form von Tees, Tinkturen, Salben, Umschlägen oder Bädern sowie in energetischer Form durch den direkten Kontakt mit Bäumen, Kräutern, Kraftorten oder Naturwesen.

So kann die Eiche Kraft geben und erden, die Buche zu mehr Klarheit verhelfen, die Walnuss beruhigen und die Erle für höhere Dimensionen öffnen. Weidenrindenessenz hilft bei Kopfschmerzen, Haselkätzchen lindern Fieber und Eschenblätter können bei Verstopfung eingesetzt werden.

Eiche – Quercus robur/petraea

Arzneilich verwendete Teile: Blätter, Rinde

Verwendung: als Abkochung, Umschlag, Sitz- oder Fußbad, Eicheln als Kaffeeersatz oder Brotmehl

Heilwirkung: Die Eiche wirkt zusammenziehend, kräftigend, entzündungshemmend, keimtötend, blutstillend und hautbildend. Anwendung bei offenen, schlecht heilenden oder eiternden Wunden, nässenden Ekzemen, Verbrennungen oder Fußpilz.

Energetische Wirkung: Die Eiche ist ein starker Kraftbaum, der erdet, stärkt und Lebenskraft spendet. Sie fördert die Regeneration und füllt unsere Energiespeicher.

Schmerzstillende Weidenrindentinktur

Weidenrindentinktur ist das natürliche Aspirin und wird aus ein- bis zweijährigen Weidentrieben (z.B. Silber- oder Reifweide) hergestellt, deren Rinde abgeschält und zerkleinert wird. Ein helles Schraubglas gut zur Hälfte mit abgeschälter Rinde füllen, Wodka aufgießen und verschlossen 4-6 Wochen an einem hellen Ort ziehen lassen. Danach absieben und in dunklen Flaschen aufbewahren.

Wirkung: Weidenrinde wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Die Tinktur hilft bei Kopfschmerzen, fieberhaften Infekten sowie bei rheumatischen Beschwerden. Da das in der Weide enthaltene Salicin erst im Körper zur wirksamen Salicylsäure umgewandelt wird, tritt die Wirkung langsamer ein als bei Aspirin.

Achtung: Weidenrinde wirkt blutverdünnend und sollte daher nicht bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen sowie in Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten eingenommen werden.

Der Wald als Ort der Gesundheit

Die moderne Wissenschaft hat mittlerweile bestätigt, was schon lange bekannt ist. Der Wald heilt und hält gesund. Japanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Aufenthalte im Wald entspannen, die Stresshormone reduzieren, Herz und Kreislauf stärken und gegen Krebs wirksam sind.

Jeder Baum, jede Pflanze, jedes Tier und jeder Ort in der Natur kann uns auf unserem Weg begleiten, wenn wir nur lernen, uns ihnen zu öffnen und ihre Sprache zu verstehen. Der Wald stellt uns seine Heilkräfte kostenlos zur Verfügung, denen wir uns achtsam und liebevoll annähern dürfen. Der Wald ist jedoch nicht bloßer Lieferant von Rohstoffen und Energien, derer man sich beliebig bedienen darf. Es geht dabei immer um einen respektvollen Umgang mit der Natur. Denn nur was wir achten und schützen, kann uns langfristig auch erhalten bleiben.

Die Waldheilkunde erschließt dem Menschen dieses alte Wissen: Die heilenden Kräfte des Waldes können in Ausbildungen und Seminaren, auf Wanderungen sowie in begleiteter Einzelarbeit erfahren werden.

Silke Stößer – Waldheilkunde